International Seminar 2008 - Corporate Sustainability
Wenn Anfang 2007 in Mexiko die Preise für Tortilla drastisch gestiegen sind and Anfang April 2008 in Kairo heftige Hungerproteste stattgefunden haben und eine Weltbank-Schätzung besagt, dass in naher Zukunft in über 33 Ländern akute Hungersnöte ausbrechen werden, dann ...
Wenn die Preise für Stahl und Rohöl in den letzten Jahren stark angestiegen sind und bei vielen anderen Rohstoffen Mangel herrscht, dann....
Wenn auf der südlichen Hälfte der Erde viele Länder überbevölkert sind und z.B. zwischen Afrika und Europa über das Mittelmeer der Migrationsdruck immer stärker wird, dann ...
Wenn weltweit und regional von heftigen Klimawandlungen derzeit und für die nächsten Jahrzehnte berichtet wird, dann ...
Wenn wir in Zentraleuropa als Konsumenten billig einkaufen können (und wollen) und Näherinnen in Bangladesh einen Stundenlohn von 9 Cent erhalten, dann ...
Dann könnte zwischen diesen weltweit feststellbaren Ereignissen über den Begriff "Sustainability" ein genereller Zuammenhang hergestellt werden.
Sustainability bzw. Nachhaltigkeit beschreibt zunächst ein forstwirtschaftliches Bewirtschaftungsprinzip, das dadurch charakterisiert ist, dass nicht mehr Holz geerntet wird, als jeweils nachwachsen kann. Systemtheoretisch verallgemeinert kann Sustainability als Gleichgewicht eines Systems (Welt, Staat, Unternehmen, Mensch, etc.) zwischen Input und Output interpretiert werden; betriebswirtschaftlich gewendet: Man kann nicht mehr ausgeben als eingenommen wird!
Diese generelle Annäherung an die Thematik kann unter vielfältigen Gesichtspunkten interpretiert und problematisiert werden. Eine begriffliche Interpretation wird sich z.B. um die Klärung verwandter und differenzierender Begriffe bemühen müssen (z.B. sustainable development, sustainability management, social responsibility, sustainable corporation, corporate citizenship, global corporate governance, etc.). Auch ist zu fragen, unter welchen Dimensionen Sustainability betrachtet werden kann bzw. muss: naturorientiert/ökologisch, ökonomisch, technisch, menschenorientiert, etc. so dass Begriffe wie ecological, human/social oder technological sustainability definiert werden können.
Aus konzeptioneller Sicht könnte untersucht werden, welche heutigen Erklärungsansätze Aussagen zu Wirkungsweisen machen – im Vergleich beispielsweise zum weltorientierten Bericht des Club of Rome oder gar zu Schmalenbachs betriebswirtschaftlichem Konzept der „Sparsamkeit“ bzw. Wirtschaftlichkeit.
Auch wenn in unserem Seminar die unternehmensbezogene Sichtweise der Sustainability im Vordergrund steht, kann die Thematik nicht ohne Berücksichtigung des Umfeldes interpretiert werden: regulatorische Bedingungen internationaler Organisationen sind genauso zu berücksichtigen wie kulturell-gesellschaftliche, politische und ökonomische Gegebenheiten und Entwicklungen im weltweiten Maßstab.
Schließlich muss im einzelnen Unternehmen vertieft werden, wie sich der Sustainability-Gedanke im Hinblick auf Rohstoffe, Energie, Informationen, Kapital, Technologie und Menschen im Transformationsprozess von der Beschaffung über die Produktion bis zum Absatz interpretieren und umsetzen lässt.
Aus dieser Problematisierung lassen sich u.a. folgende inhaltliche Ziele für das International Seminar 2008 ableiten:
- umfassende und grundlegende Betrachtung des Sustainability Gedankens
- unter Berücksichtigung internationaler Verflechtungen
- mit dem Schwerpunkt auf der Unternehmenssicht.



